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Vorstellung des INTEGER-Projekts auf IDAACS-SWS Wireless-Konferenz in Lviv

09.10.2018 10:31

Die IDAACS-SWS fand im Zeitraum 20. - 21. September 2018 bereits zum vierten Mal statt und dabei erstmals in der Ukraine. Das IEEE Internationale Symposium für Wireless-Systeme (kurz: IDAACS-SWS) hat sich ursprünglich aus der IDAACS-Konferenz (Intelligent Data Acquisition and Advanced Computing Systems) gebildet, die alle zwei Jahre stattfindet. Die DECOIT® GmbH reiste an, um die Forschungsergebnisse des INTEGER-Projekts vorzustellen.

Abbildung 1: Lviv Polytechnic National University
Abbildung 1: Lviv Polytechnic National University

Der Ort Lviv (Lehmberg) an der Grenze zu Polen wurde bereits vor zwei Jahren als Tagungsort ausgerufen - aufgrund der immer noch aktiven Kriegsgeschehnisse im Osten auf der Krim eine viel diskutierte Entscheidung. Und dies war dementsprechend mit verschärften Einreisebestimmungen verbunden. In der Stadt selbst merkte man allerdings nichts von den Unruhen auf der Krim. Die Gastgeber betonten auch immer wieder, dass sie eigentlich österreichische Wurzeln besitzen, denn Lviv war lange Zeit Teil von Österreich-Ungarn gewesen, worauf auch die vielen Kaffeehäuser hinwiesen. Die IDAACS Wireless sollte ursprünglich im ständigen Wechsel zwischen Deutschland und der Ukraine stattfinden. Sie fand aber bisher drei Mal in Offenburg statt. Dies soll sich zukünftig ändern, weshalb mit Lviv der erste Schritt gemacht wurde.

Die Opening Session fand aufgrund der Teilnehmermenge in einem Sitzungssaal mit Roundtable statt, die gleichzeitig auch für die Tagung reserviert worden war, da es keine parallele Session für die Vorträge gab. Dort wurde bekanntgegeben, dass ca. 70 Paper eingereicht worden waren, von denen 28 abgelehnt wurden. Die IDAACS-SWS fand in einer der ältesten Universitäten Osteuropas – der Polytechnic National University – statt, die eine Geschichte von über 200 Jahren vorweisen kann, worüber eine Ahnentafel Auskunft gab. Die Konferenz soll dazu beitragen die Kooperation zwischen den Teilnehmern – speziell zwischen Ost und West – voranzutreiben und sich wissenschaftlich auszutauschen. Dieses Jahr war zum ersten Mal China mit einigen Beiträgen bzw. einer eigenen Session vertreten. Aber auch andere Länder, wie Deutschland, Rumänien, Zypern, USA und natürlich die Ukraine waren anwesend.

Abbildung 2: Ahnengalerie der Universitätsrektoren
Abbildung 2: Ahnengalerie der Universitätsrektoren

Als zweiter Vortrag stand bereits das INTEGER-Projekt auf dem Programm. Die Digitalisierung der Telekommunikation und die Nutzung unsicherer Netze, wie des Internets, führen dazu, dass Voice-over-IP (VoIP) immer noch kaum abgesichert betrieben wird. INTEGER wurde gestartet, um zusätzlich neben der Absicherung der Kommunikation die Abstreitbarkeit eines Gesprächs sicherzustellen. Dazu wird eine signierte Archivierung eingesetzt und ein TPM-Chip kommt zum Einsatz. Dadurch ist es möglich die Integrität einer Kommunikation sicherzustellen und sie unverfälscht zu archivieren. Bei der Echtzeitkommunikation ist dies mittels TPM (Trusted Platform Module) nicht möglich, weshalb eine Signierung von Datenblöcken über die zertifizierte Signatur der Teilnehmer vorgenommen wird. Als Datenformat wird das Clearmode-Protokoll verwendet, um eine Kommunikation über mehrere Provider ermöglichen zu können. Zur Effizienz wird das CBOR-Protokoll verwendet, was besonders in Wireless-Umgebungen sehr vorteilhaft ist. Aktuell wird an dem Prototyp gearbeitet, der im Providernetz der reventix GmbH in Berlin mit den erweiterten Softphones von Global IP Telecommunications getestet werden soll. Ausgelegt ist die Kommunikation bisher auf zwei Teilnehmer. Dies könnte später einmal auf Multipunkt erweitert werden. Abschließend wurden einige interessante Fragen zu dem Vortrag gestellt, die auch in die aktuelle Entwicklung mit einfließen werden.

Parallel zur Konferenz wurde mit der Ukrainischen Delegation, bestehend aus Institutsleitern und der Vize-Präsidentin, mit den deutschen Vertretern über neue Projekte diskutiert. Obwohl die Ukraine nicht zur Europäischen Union (EU) gehört, ist dies mittels Förderprojekte möglich geworden, da Brüssel die Teilnahme in internationalen Projekten gestattet hat. Diese Öffnung zum Westen hin, ist wahrscheinlich von Russland eher als Provokation aufgenommen worden, bzw. wird dort natürlich nicht gern gesehen. Abschließend gab es noch eine kurze Diskussion, ob der Konferenzname und die Schwerpunkte angepasst, bzw. geändert werden sollten. Beides wurde verneint, da das Thema „Wireless“ immer noch interessante Innovationen hervorbringen wird und der Konferenzname inzwischen relativ bekannt ist. Die nächste Wireless-Konferenz wird 2020 in Deutschland stattfinden. Der Ort wird noch bekanntgegeben werden. Der Fokus der Konferenz wird sich dann wahrscheinlich in Richtung Machine Learning und/oder Industrie 4.0 bewegen.

Insgesamt war die Konferenz erneut zufriedenstellend und die Reise wert, da der eigene Beitrag kontrovers diskutiert und interessante Präsentationen gezeigt wurden. Durch das Abendprogramm am ersten Tag, inkl. Stadtführung, konnte auch die Altstadt besichtigt werden. Demnach ist Lviv nicht nur für Konferenzen durchaus eine Reise wert.

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